19.11.2014

Politisches Format für Wuppertal: RES PUBLICA

Die Mitgliederstruktur der Parteien ist beängstigend. Wahlen, die schon gar keine Hälfte mehr zur Urne locken, sind mehr oder minder ohne Wert. In was für einer Demokratiekrise wir eigentlich stecken, scheint uns allen noch gar nicht richtig bewusst zu sein. Denn Symptom der Krise ist auch: Sie geht an unseren etablierten Medien unbemerkt vorüber. Spätestens heute sollten wir anfangen zu rätseln und zu enträtseln: Woran liegt das eigentlich? Sind wir per se egoistischer und ignoranter geworden? Nutzen wir bloß andere Formen der politischen Teilhabe? Und wenn ja, warum gehen wir dann nicht dennoch wählen?

Meine Erfahrung sagt: Weil uns der Zugang zu Politik fehlt. Weil wir uns nicht identifizieren können mit Parteien und Mandatsträgern. Weil man als junger Bürger doch noch gar nicht weiß, welcher Partei man angehören will, weil die Hemmung viel zu groß ist, einen lichtverschlossenen Parteikomplex zu betreten, weil die Entscheidung für eine Partei so endgültig scheint - und weil die überparteilichen Jugendforen ausbleiben. Weil auch die Ansprache die falsche ist, weil wir nicht in Anzug und Kostüm auf Hoteldachterrassen Politikermonologen lauschen wollen, sondern doch viel lieber mit den Gleichaltrigen in der Heimkneipe diskutieren. Solange Politik elitär ausgesondert wird, findet sie nicht Eingang in unser aller alltägliches Leben. Solange Politik als großes Ehrenamt deklariert wird, begreifen wir nicht, dass sie ganz selbstverständlich zum Bürgersein dazugehört.

Mit Selly Wane habe ich über das alles gesprochen. Die senegalesische Möbeldesignerin hat erst in diesem Sommer Wuppertals erstes Upcycling-Café im Elberfelder Luisenviertel eröffnet. In dem mit dem Werkstatt N-Siegel für exzellente Nachhaltigkeitsinitiativen ausgezeichneten Kulturcafé treffen ungewöhnliche Werkstoffe auf kreative Designs und ein offenes Klima des Austauschs auf multikulturelle Impulse. Der perfekte Marktplatz für den civis von heute.

RES PUBLICA heißt das politische Format, das Selly und ich in die Luisenstraße bringen. Am 15. Dezember 2014 kommen wir alle zum ersten offenen politischen Barabend zusammen. Alle. Das heißt: Wirklich alle. Die mit Parteibuch und die ohne. Die, die Hausaufgaben machen, und die, die  von der Rente leben. Die mit Snapback. Die mit Burberry-Schal. Scheißegal. Alle.

Save the date. Spread the word. Das swane Café freut sich. Ich freue mich auch.



Herzliche Einladung zum ersten offenen politischen Barabend RES PUBLICA am Montag, den 15. Dezember 2014 um 19:00 Uhr im swane Café, Luisenstraße 102a, 42103 Wuppertal. 

Die Welt, in der wir leben, ist fragil. Uns stehen Umweltkatastrophe, Bildungsnotstand und Schuldenorgien bevor. Wir erben einen ausgebeuteten Planeten der sozialen Ungleichheit. Eine humanitäre Katastrophe jagt die nächste. Unsere Wahlbeteiligungen sind ernüchternd, die Demokratie ist in der Krise. Lasst uns deshalb gemeinsam aktiv werden: überparteilich und ohne Parteibuch, als Politikdenker oder Politikmacher, ob jung, ob alt, ob politisch neugierig oder politisch fest verwurzelt. Lasst uns offen und frei diskutieren, lernen, dass uns auch über ideologische Gräben hinweg mehr eint als trennt. Lasst uns gemeinsam Verantwortung übernehmen für das bedeutendste Projekt unseres Lebens: die Zukunft.

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