21.02.2018

Zu Gast in der phoenix Runde, 20.02.18: "Frauenpower an der Spitze. Merkel stellt die Weichen um"

Zu Gast in der phoenix Runde am Dienstag, den 20. Februar 2018 zu dem Thema: "Frauenpower an der Spitze. Merkel stellt die Weichen um", gemeinsam mit Ferdos Forudastan, Leiterin des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, Prof. Hans Vorländer von der TU Dresden und Joachim Pfeiffer MdB, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.




"Annegret Kramp-Karrenbauer ist eine sehr eigenständige und durchsetzungsstarke Politikerin, die klar besinnt ist auf das christliche Menschenbild und alle Säulen der anspruchsvollen Gesellschaftslehre der Christdemokratie. Aus diesem substanziellen Verständnis christdemokratischer Ideen ergab sich bis heute eine sehr erfolgreiche Lesbarkeit ihrer Programmatik. Das darf abfärben auf die Kommunikations- und Vertrauensdefizite der Bundes-CDU. Dass Kramp-Karrenbauers sachlich-analytischer Stil entwaffnend ist gegenüber hysterisierendem Überschwang aus und in alle ideologischen Reduktionen, ist ein überparteilicher Gewinn für unsere demokratische Kultur. Die gestrige phoenix Runde drehte sich vor allen Dingen um die Frage nach alten Flügelkämpfen innerhalb der Union und ob die Personalie Kramp-Karrenbauer zur Schließung der rechten Flanke beisteuern kann. Demokratie verlangt Unterscheidbarkeit im Ideenwettstreit. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass inszenierte Unterscheidbarkeit nach gestrigem Gesinnungskalkül keinerlei demokratischen Wert hat. Ich schaffe die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe oder das Frauenwahlrecht nicht wieder ab, nur um Unterscheidbarkeit nach überlebtem Streitgeist aufzuführen wie ein Kasperletheater. In dieser Denke spielt sich der Politiker zu groß. Er will Dramaturg öffentlicher Debatte sein - statt gelassen und selbstbewusst durch offenes Nachdenken und Antworten in zeitgemäße Debatten hineinzuleben, und Unterschiede mit Streitgenuss, Empörung und Enthusiasmus echt zu leben. Dieser Lösungsansatz verlangt jedoch nach ebenjenen zeitgemäßen statt folkloristischen Debatten, also einem auch politisch gewollten Agendasetting nach vorne. Das und ein bisschen mehr, habe ich in der gestrigen phoenix Runde versucht zu sagen."

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